Warum jeder meditieren lernen kann

Credit: Alicia Kassebohm

Credit: Alicia Kassebohm

‘Ich kann nicht meditieren’

Wer von uns hat das nicht schon einmal gedacht oder vielleicht sogar gesagt. Ich höre sie fast jeden Tag, diese - ich nenne sie liebevoll Ausreden. ‘Ich kann nicht meditieren’, ‘wie soll ich denn an nichts denken’, ‘das ist nichts für mich ich bin viel zu unruhig’ oder mein absoluter Lieblings Satz ‘die anderen können das besser’. Meditieren ist nicht ganz leicht, natürlich, ich brauche Geduld. Aber es ist auch nicht wirklich schwer. Am Ende ist es wie beim Joggen oder eine neue Sprache lernen. Übung und Ausdauer machen den Meditationsmeister.

Meditation — Frustration und Erfolg liegen nah beieinander

Meditation heisst den Geist zur Ruhe zu bringen. Für einen Moment, möge er noch so klein sein, nichts zu tun, nichts zu erwarten, nichts zu forcieren. Einfach nur im Hier und Jetzt sein.

Es geht eben nicht darum im Schneidersitz unter einem Baum zu sitzen, an nichts zu denken und die Erleuchtung herbei zu meditieren. Gerade am Anfang und ohne Übung ist es schwer denn Sinn und Zweck einer Meditation zu greifen. Denn einfach mal nichts zu ist in unserer Gesellschaft gar nicht leicht.

Die Wahrnehmung unserer selbst

Wenn wir es genau nehmen ist das Ziel der Meditation eigentlich die Meditation selber. Es geht um die Wahrnehmung des eigenen selbst. In der Meditation beobachten wir unsere Gedanken, Gefühle und Emotionen. Wir lassen sie auf kommen, schauen sie an, um sie dann weiter ziehen zu lassen. Stellen wir uns vor unser Geist ist eine Autobahn und unsere Gedanken sind die Autos, so springen wir ja auch nicht lebensmüde vor ein Auto wenn es an uns vorbeifährt. Wir stehen neben der Autobahn und betrachten die Autos. Sind sie rot, weiß, gold. Fahren sie schnell oder langsam, sind sie groß oder klein. Und dann sehen wir sie an uns vorbei fahren. Nichts anderes tun wir in der Meditation.

Jeder kann meditieren

Was bedeutet das jetzt aber ganz genau für dich und deine Meditation. Eigentlich ist es ganz einfach, du kannst fast immer und überall meditieren. Im Sitzen, Stehen, Gehen, Liegen, das bleibt alles dir überlassen. Hier sind ein paar Tipps, die dir helfen Meditation besser in deinen Alltag zu integrieren.

  1. Dein Warum: das Wichtigste für eine regelmäßige Praxis, ist dein persönliches Ziel. Warum möchtest du meditieren? Du wünscht dir weniger Stress, mehr Gelassenheit, Ruhe im Alltag… Was auch immer es sein mag, finde dein ‘Warum’.

  2. Regelmäßigkeit: entscheide dich für einen fixen Zeitpunkt, den du jeden Tag einhalten kannst. Ich liebe es direkt am morgen nach dem Aufstehen zu meditieren und den Tag mit einer Intention zu starten.

  3. Dauer: wie lange willst du meditieren. Fang einfach mit drei Minuten am Tag an. Steigere dich langsam.

Übung macht den Meister. Gib dir ein paar Tage Zeit herauszufinden, welche Art und Weise von Meditation am besten für dich funktioniert. Ob du lieber sitzt oder liegst, ob du lieber ein Mantra hörst oder deinen Atem beobachtest. Finde heraus was dir gut tut und was für dich funktioniert.


Meditation für die Atmung

Zum Abschied noch eine Anleitung für eine einfache Meditation deinen Atem zu kontrollieren.

Finde einen bequemen Sitz. Stell dir deinen Timer für 3 Minuten.

Schliess die Augen und nimm ein paar tiefe und bewusste Atemzüge, gerne durch die Nase ein und durch den Mund aus. Wenn du das Gefühl hast, ein bisschen angekommen zu sein. Verändere die Atmung so, dass du nur Nase ein und aus atmest. Mit jeder Einatmung denk dir innerlich ‘Ein’ mit der Ausatmung ‘Aus’. Wenn du merkst das die Gedanken abschweifen, komm zu deiner Atmung zurück. ‘Ein’ und ‘Aus’. Wenn dein Timer abgelaufen ist, lass den Atem einen Moment frei weiter fliessen, öffne die Augen und komm langsam zurück.

Voilá. Viel Spaß beim meditieren.

Michaela Aue